Bolivien, August 2011:
Schülerin erzieht das Kind ihres Vergewaltigers
Hoffnungslos glaubte die Familie: "Für arme Menschen gibt es keine Gerechtigkeit" - IJM widersprach dem.
Aus der Sicht eines unterhalb der Armutsgrenze lebenden Menschen in einem Entwicklungs- oder Schwellenland ist der Kampf für Menschenrechte häufig nicht ein Kampf für politische Freiheiten. Auch geht es nur selten um die Verfolgung systematischer Kriegsverbrechen. Der Kampf für Menschenrechte ist in vielen Teilen der Welt vielmehr ein Kampf um das tägliche Überleben des Einzelnen.
Es ist der Versuch, sich gegen Erpressung oder Missbrauch durch die lokale Polizei zu wehren, der Versuch, sich aus Schuldknechtschaft zu befreien oder den eigenen Grund und Boden zu verteidigen. Es ist der Kampf, nicht willkürlich in einem völlig überfüllten Gefängnis eingesperrt zu sein - ohne Aussicht auf einen fairen Prozess. Für Frauen und Kinder ist es die Hoffnung, nicht Opfer von sexueller Belästigung oder Vergewaltigung zu werden, zur Prostitution gezwungen zu werden, oder gar Opfer von Menschenhandel zu werden.
Der Schutz der Menschenrechte hat sich in den vergangenen Jahrzehnten rasant entwickelt. International und national wurden zahlreiche Abkommen und Gesetze verabschiedet, um Menschenrechte zu verbürgen. Es ist ein beachtlicher Erfolg der Menschenrechtsbewegung, dass heutzutage Sklaverei in keinem Land der Welt mehr zulässig ist.
Das Problem für unter der Armutsgrenze lebende Menschen ist jedoch, dass die sie eigentlich schützenden Gesetze nur selten durchgesetzt werden. Ohne funktionierende Justizsysteme bleiben die hart erkämpften menschenrechtlichen Garantien reine Theorie für den Einzelnen.
Es ist IJMs Ziel, dass Justizsysteme in Entwicklungsländern vor allem unter der Armutsgrenze lebenden und am Rand der Gesellschaft stehenden Menschen Schutz vor Missbrauch und Unterdrückung bieten.
IJM beschäftigt Ermittler, Anwälte und Sozialarbeiter, die in enger Zusammenarbeit mit nationalen und lokalen Behörden in den Partnerländern Einzelfälle bearbeiten. Dabei werden individuelle Fälle von Menschenrechtsverletzungen ermittelt und strafrechtlich verfolgt. IJM versucht, auf Schwachstellen in den jeweiligen Justizsystemen hinzuweisen, um eine langfristige Veränderung der Menschenrechtssituation in den Partnerländern zu erreichen.
In jedem Bereich der Fallarbeit hat IJM die folgenden vier Ziele:
IJMs vorrangiges Ziel ist es, die Opfer so schnell wie möglich aus der Situation einer Menschenrechtsverletzung zu befreien.
IJM möchte die Täter von schweren Menschenrechtsverletzungen in den jeweiligen Rechtssystemen zur Verantwortung ziehen. Ihnen soll deutlich werden, dass ihre Taten juristische Konsequenzen nach sich ziehen. Potentielle Täter sollen abgeschreckt werden.
IJMs Sozialarbeiter setzen sich in Zusammenarbeit mit den lokalen Sozialbehörden und -einrichtungen dafür ein, dass Opfer von Menschenrechtsverletzungen eine neue Perspektive für ihr Leben erhalten. IJM kümmert sich intensiv um die komplexen emotionalen und körperlichen Nöte der Opfer von Menschenrechtsverletzungen.
IJM versucht, Missbrauch und Unterdrückung durch die Stärkung von Rechtssystemen und lokalen Gemeinschaften zu verhindern. Durch Bildungsmaßnahmen soll ein stärkeres Bewusstsein für die eigenen durchsetzbaren Menschenrechte geschaffen werden.